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Haircutting Story: Alles fuer die Katz

Vielen Dank, Stefan, fuer ihre Geschichte!

Alles für die Katz
 Autor Stefan von Deutschland

 

Der Friseursalon ist klein, an einer Nebenstraße in der Stadt gelegen.

 

"Ich kann nicht gerade behaupten, daß hier viel los ist und ich jeden Tag Stress vor lauter Kunden habe, aber das Gebäude ist mein und ich spar mir eine teure Pacht für mein Friseurgeschäft." sagt der Inhaber, dessen Name Kalle ist. Er hat eine Angestellte, Margit,  die stundenweise arbeitet und eine 18 jährige Auszubildende, Naomi, eine Deutsch - Afrikanerin, die im zweiten Lehrjahr ist.

 

Er kennt viele seiner Kunden persönlich, denn die meisten sind seine Stammkunden, die ständig wiederkehren und auch nicht daran denken, ihre Haare bei einem der "Discounter" schneiden zu lassen, die in den Einkaufcentern eingemietet sind.

 

Bei ihm gibt es Qualität und eine nette Unterhaltung und das schätzten seine Kunden.

"Ich habe hier schon einige Geschichten erlebt. Deshalb möchte ich diesen Salon niemals vermissen, auch wenn ich den ganzen Tag auf den Beinen bin." erzählt er und beginnt, eine Geschichte zu erzählen, wie er sie vor einigen Wochen erlebte mit einer jungen Frau in Naomis Alter, die in sein Salon gekommen war...

 

Es war ein ganz normaler Frühlingstag wie viele, die Sonne schien und die Menschen draußen genossen es. Kalle war nicht allein im Salon, Margit und Naomi hatten auch Dienst.

Ein älterer Mann wartete schon im Wartebereich und blätterte in den "Spiegel".

Sonst war noch niemand da.

 

"So, jetzt sind Sie an der Reihe." rief Margit auf und er erhob sich und nahm in den Friseurstuhl platz.

 

"Wie soll es denn sein?" lautete ihre Standartfrage und er beschrieb, wie er Seiten, Nacken und Deckhaare geschnitten haben wollte.

 

"Rrrrring" ertönte ein Geräusch und verriet, daß die Ladentür geöffnet wurde.

Eine junge Frau trat ein, sie war wohl so um die 18 – 19 Jahre alt.

 

Eine hübsche Erscheinung.

 

Sie trug ein schwarzes Miedertop, das ihre üppigen Brüste hervorhob, die ein wenig im Gegensatz zu ihrer zierlichen Figur erschienen, doch passte es noch irgenwie, und eine helle Jeans.

 

Ihre Größe konnte man so auf süße 1,65m schätzen mit einem Gewicht von 45kg. Da sie Plateau High Heels trug, konnten noch getrost fünf Zentimeter abgezogen werden.

Jeder Schritt von ihr wurde als klappern auf dem Fließenboden wahrgenommen.

 

Ihre karminroten geschminkten vollen Lippen zeichneten ihr Gesicht aus.

Ihre braunen Rehaugen waren mit dunklen Lidschatten versehen wie auch die Augenbrauen gezupft.

Sie hatte halblanges dunkelbraunes Haar, in einer leicht nach hinten gebogenen Linie nach hinten abgeschnitten und links gescheitelt, so daß  ihr rechtes Auge fast von einer "Gardine" bedeckt wurde.

 

Ihre Ohren wurden durch 2cm Creolen verziert.

 

Ihre schmale gerade Stupsnase wurde in der Nasenscheidewand von einem Ball Closure Ring durchzogen, ein Septum Piercing, sehr selten, was ihr einen rebellischen Geist verlieh.

 

Ein sehr auffälliges Merkmal befand sich aber auch auf ihrem linken Arm, daß durch und durch mit aufwendigen asiatischen Tattoos versehen, so daß nur im Bereich des Elbogens ein kleines Stück frei davon war.

 

Sie setzte sich in den Wartebereich.

 

Naomi kam aus der Teeküche, wo sie gerade Pause gemacht hatte und erblickte die junge Frau im Wartebereich.

 

" Wooow. Ein tolles Tattoo." schwärmte Naomi, die auch gerne mal eins hätte, doch ihre Adoptiveltern waren nicht begeistert davon und sie wollte es sich mit ihnen deswegen nicht streiten.

 

"Danke." meinte die Kundin und überlegte, was sie mit ihren Haaren machen sollte.

"Möchtest du dich von mir die Haare schneiden lassen? Dann kommst du gleich dran. Der Chef hat eigentlich keine Zeit mehr, er muss noch weg." sagte sie und forderte die junge Frau freundlich mit einer Geste auf in dem Friseurstuhl platz zu nehmen.

 

"Ja kein Problem. Soll eh nur was von ab. schön kurz." antwortete die Kundin und stöckelte in Richtung Friseurstuhl, wobei wieder jeder Schritt klapperte.

 

Kalle kam aus der Teeküche, wo er das mitgehört hatte.

 

"Von wegen keine Zeit, willst mir wohl die Kunden abspenstig machen, wie?" meinte er scherzhaft schimpfend und trat schon aus dem Küchenbereich in den Salon hervor, so daß er für die Kundin sichtbar war.

 

Sie lächelte und zeigte dabei ihre makellos weißen Zähne.

 

"Wie soll es denn sein?" fragte Kalle wie üblich. Diese Frage hatte die Kundin befürchtet!

"Hmmmm spitzen schneiden. Eigentlich wollte ich sie schön kurz. Mit der Maschine."

antwortete sie, noch schwankend, was sie wollte.

 

Kalle überlegte und schlug folgendes vor:

"Weißt du was? Naomi muss es ja doch irgendwann mal lernen. Sie macht dir eine Haarverlängerung. Das ist eigentlich sehr teuer, aber du kriegst es für den Preis eines normalen Haarschnitts. Dann kann Naomi sich mal an dir austoben. Du bist sozusagen ihr Versuchskaninchen. Ist das was? Wenn es dir gefällt, wär das doch toll. Wenn nicht, kann sie das immer noch abschneiden."

 

"Hmmm ich wollte sie eigentlich kurz, nicht lang. Naja ok. Meinetwegen." antwortete sie und erklärte sich einverstanden. Ihrem Gesichtsausdruck zu Folge gefiel ihr die Idee von langen Haaren gar nicht, aber wenn es schon umsonst ist, warum nicht.

 

Naomi war schon richtig aufgeregt. Sie wollte nach dem "Hairweaving" Prinzip vorgehen, wo das neue Haar mit einem Band in das Haupthaar eingeflochten wird und nachher von den echten Haaren nicht mehr zu unterscheiden ist. Sie wählte 45cm lange Strähnen aus in der exakten Haarfarbe des Haupthaares und zeigtes es ihr.

 

"Das sind die Strähnen, die in dein Haupthaar eingeflochten werden." zeigte sie es ihr.

Es handelte sich um echte europäische Haare. Sie hatte mal nachgelesen was die kosten und ihr wurde klar, daß sie gerade 300€ in der Hand hielt.

 

"Meinetwegen." meinte die Kundin desinteressiert. Naomi war ein wenig enttäuscht, doch sie freute sich, endlich mal eine Haarverlängerung machen zu können, fast wie bei den Stars.

Sie steckte die Deckhaare hoch um eine Linie zu schaffen, bis wohin sie die neuen Haare einweben sollte. Dann begann sie mit der aufwendigen Prozedur, die die Kunden wortlos und ohne zu lächeln über sich erhehen ließ.

 

Der ältere Mann war längst fertig und aus dem Salon verschwunden, Margit hatte jedoch schon wieder einen neuen Kunden.

 

Kalle schaute ab und zu nach Naomi und gab ihr Tipps, wie sie die Qualität ihrer Arbeit noch verbessern konnte.

 

Sie war sehr geschickt mit ihren Händen, weshalb sie auch den Friseurberuf, ein Handwerk, für sich gewählt hatte, obwohl man dort nicht so viel verdiente.

 

Strähne für Strähne fügten sich in die vorhanden Mähne der hübschen Kundin ein und so langsam wurde sichtbar, wie lang ihre Haare wirklich wurden. 45 Zentimeter waren beträchtlich und lange Strähnen. Wenn sie das alles hätte bezahlen müssen, dann wären wohl mit Arbeitszeit und den Haaren 600,00€ fällig gewesen. So aber sollte Naomi es lernen. Ob es schief geht oder nicht.

 

Sie wünschte sich aber nicht, daß es schief geht, sondern daß die Kundin sich dafür entscheidet, die langen Haare zu behalten, weil es ihr gefiele.

 

Sie fuhr mit Eifer fort und die Zeit verging.

 

"Wie lange dauert das denn noch?" unterbrach die Kundin ihr Schweigen und war der Meinung, daß sie schon viel Geduld mitgebracht hatte und verdrehte die Augen dabei.

"Es ist noch nicht fertig. Ich muss noch bis zum Haaransatz im Nacken, damit es richtig voll aussieht." antwortete Naomi und machte weiter.

 

Die Kundin schaute in den Spiegel und überlegte, wie sie die Haare nun eigentlich haben wollte und beobachtete stumm, wie sich ihre Haarpracht auf dem Kopf mehr als verdoppelte.

 

Nach drei langen Stunden war Naomi endlich fertig, entfernte den Umhang und bat die Kundin, aufzustehen.

 

Das Ergebnis konnte sich fürwahr sehen lassen.

Die eingeflochtenen Haare waren von den originalen nicht zu unterscheiden.

 

Sie hatte eine dunkelbraune voluminöse Mähne, die bis zur Hälfte ihres Rückens hinunterreichte und links gescheitelt war.

 

Avril Lavigne hat zwar auch eine lange Mähne, das ist ja schließlich ihr Markenzeichen, trotzdem wäre die vor Neid erblasst. 

 

Jeder Shampoohersteller würde diese Frau mit Kusshand als Werbemodel für ihr Produkt nehmen und es würde kein Wort davon zu verlauten sein, daß es Naomi war, die ihr diese prächte Mähne geschenkt hatte.

 

Die Kundin schaute in den Spiegel, schmollte mit ihren vollen Lippen und überlegte.

"Sorry, daß es so lange gedauert hat. Vielen Dank für deine Geduld." bedankte sich Naomi höflich bei ihr und hoffte insgeheim, daß es ihr gefiel, denn sie war selbst von ihrer Arbeit begeistert.

 

"Ja, das hat ganz schön lange gedauert." meinte die Kundin mit genervter Mine, verdrehte die Augen und betrachtete sich im Spiegel. Ihr Anblick war wirklich märchenhaft.

 

Sie begann böse zu lächeln und schaute durch den Spiegel Naomi an.

 

"Doch jetzt möchte ich, daß du das alles abschneidest und zwar Pronto!" meinte sie unhöflich und deutete mit einer Handbewegung an, daß sie alles mit der Maschine abgeschnitten haben möchte. Naomi schluckte und war schockiert.

 

"Wie kurz denn, 10mm?"

 

"Schneid einfach alles ab bis nichts mehr da ist!" forderte sie, verdrehte nochmals genervt die Augen.

 

Kalle kam wieder aus der Teeküche und bemerkte, daß Naomi sichtlich von der Entscheidung der Kundin enttäuscht war und zögerte, hatte sie doch viel Arbeit in die Haarverlängerung gesteckt.

 

Auch er war ratlos und zuckte mit den Schultern.

 

Naomi nahm langsam eine Haarschneidemaschine aus der Station und entfernte den Aufsatz und schaltete es ein, so daß ein surren zu hören war, doch sie machte erst mal wieder aus.

Sie kämmte die Haare der Kundin erst mal nach hinten.

 

"Nun mach!" wurde die nun ungeduldig und deutete noch mal mit der Hand an, daß Naomi die Haarschneidemaschine einfach nur durch die Mitte zu führen bräuchte.

 

Dann grinste sie und freute sich schon auf das, was nun folgen sollte.

 

Schließlich nahm Naomi die Maschine ein zweites mal und schaltete es ein.

 

Sie setzte die Maschine in der Mitte des Haaransatzes an und zog ein Stück durch, so daß sich ein breiter Streifen durch die Haare zog, wo nur noch Stoppeln zu sehen waren.

 

Die Kundin lächelte böse, als ob sie  Spaß hatte am Leid Naomis, die ihre Arbeit selbst wieder zerstören musste.

 

Sie fuhr fort und zog rechts neben der ersten Spur eine neue. Dann immer und immer wieder, bis sie fast zum rechten Ohr gekommen war. Dort war noch ein schmaler Streifen übrig, der auch schnell entfernt war.

 

Dann nahm sie sich die andere Seite vor, bis auch die kahl war und im Nu waren nur noch auf dem Hinterkopf ein schmaler Streifen Haare übrig von der einstigen prachtvollen dunkelbraunen Mähne.

 

Dann noch zwei mal und auf dem Kopf der wunderschönen Kundin waren nur noch ein paar traurige Stoppeln übrig.

 

Drei Stunden Arbeit in wenigen Minuten vernichtet. Alles für die Katz.

 

Naomi stand wortlos da, wie gelähmt, denn sie war traurig.

 

Die Kundin fühlte mit beiden Händen auf dem Kopf.

 

"Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhh," stöhnte sie,"schon vieeeel besser!", schaute Naomi an und lächelte zufrieden.

 

Sie verlangte noch von ihr, ihren Kopf nass zu rasieren, damit sie eine saubere Glatze hatte.

 

Die Auszubildende rührte Rasierschaum an und verteilte den auf dem Kopf und begann mit einem Nassrasierer die letzten Stoppeln zu entfernen, bis der hübsche Kopf der Kundin schließlich völlig kahl war und entfernte mit einem Handtuch ein paar Schaumrechte über und hinter den Ohren.

 

Kalle schaute herüber und musste zugeben, daß die Kundin sogar ohne Haare eine Augenweide war. Sie hatte eine tolle Kopfform für eine Glatze, oval, mit einem weit nach hinten gewölbten Schädel, fast afrikanisch.

 

Naomi fegte die Haare zusammen, die auf dem Boden um den Friseurstuhl herum lagen.

Es waren mit der Kopfrasur fast 4 Stunden vergangen und sie hatte mit ihr den halben Tag zu tun gehabt.

 

Sie ging jetzt zur Kasse und fühlte sich immer wieder auf ihre frisch rasierte Glatze.

"10 Euro." meinte Kalle, tippte es in die Kasse ein und öffnete die Schublade.

 

Dann stolzierte sie mit den High Heels klappernden Schrittes an Naomi vorbei und lächelte sie noch einmal böse an, trug dann demonstrativ ihre Nase hoch und verließ den Salon.

 

Naomi stand traurig da und wußte nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie verstand nicht, daß ihre Mühe so umsonst war und von der Frau überhaupt nicht honoriert wurde, im Gegenteil.

 

Kalle bemerkte es, legte seine Hand auf ihre Schulter und sagte:

"Mach dir nichts daraus. Sie wollte es von Anfang nicht. Aber ich hab gesehen, wie toll du das gemacht hast und das ist doch das wichtigste, oder?"

Naomi nickte.

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